PollyTour.de

FÜNFSE(h)ENLAND

Jürgen Kirner
Jürgen Kirner
Familie Gichuky
Familie Gichuky
Ilse Aigner
Ilse Aigner

Ilse Aigner sowie Jürgen Kirner

und drei mutige Seefahrer in einem Boot

Heimat mal so und mal so…
Also, das vorliegende Buch mit dem Thema Heimat ist inmitten der Corona-Pandemie entstanden. War eigentlich nicht so gedacht, ließ sich aber nicht ändern. Trotz diverser hygienischer Auflagen hat es dennoch ganz viel Spaß gemacht, Interviews zu führen und auf Spurensuche zu gehen. Wisst Ihr eigentlich, wie viele schöne, interessante, lustige, aber auch traurige Geschichten täglich um uns herum so passieren? Man erlebt sie aber nur, wenn man mit offenen Augen und gut geputzten Ohren durch den Tag spaziert. Ich mache das. Egal, ob ich Gassi gehe, mich auf einen Einkaufsbummel einlasse oder im Wald nach meinen Krähen Ausschau halte.
So war ich schon als Kind. Ich hatte ja das Glück, in einem Zoo-Laden im Münchner Stadtteil Untergiesing aufzuwachsen. Auch wenn das Geschäft meiner Eltern für mich viel Arbeit bedeutete, unsere Viecherl mussten an sieben Tagen in der Woche – also auch am Wochenende - sauber gemacht und gefüttert werden, hatte ich viel Freude am Umgang mit unseren Hamstern, Papageien, weißen Ratten, Mäusen, Wellensittichen, Fischen, Meerschweinchen, Schildkröten und sonstigen Getier. Gut, heute sind Zoo-Läden, in denen Tiere in Käfigen gehalten werden, nicht mehr wünschenswert. Aber damals, als ich noch ein Kind war, dachte sich niemand etwas dabei. Bei uns hatten sie es auch relativ gut, durften mit ins Bett und wurden – bis auf die Fische - stundenlang gestreichelt. Ob aber unsere zahme Wasserschildkröte Ferdinand deshalb glücklicher war, ich weiß es nicht. Jedenfalls denke ich oft zurück an meine Kindheit und würde schon sagen, dass damals „Untergiasing“ und der Zoo-Laden an der Humboldtstraße meine Heimat waren.
Ähnliche Erinnerungen, schöne und auch weniger schöne, haben mit Sicherheit alle Menschen. Auf den kommenden Seiten werde ich interessante Persönlichkeiten vorstellen, die unter anderem freimütig über ihre Kindheitserinnerungen und Kindheitsträume plauderten. Garniert mit Gschichtln, die, wie auch Kindheitserinnerungen, nicht in Vergessenheit geraten sollten. Bestenfalls aber sollen die Erzählungen Anregung sein, an Träumen bis zuletzt festzuhalten und ihre Erfüllung zuzulassen.
In diesem Sinne – viel Spaß
Uli Singer