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DREI NUSS...

Zu Gast im Wörthseebrettl

Travestie mit Alban Roulance
Travestie mit Alban Roulance
Kabarettist Holger Paetz
Kabarettist Holger Paetz
...mit Sammy Drechsel von der Lach- & Schieß
...mit Sammy Drechsel von der Lach- & Schieß

DREI NUSS HAM DREI KERN...

Travestie in bäuerlicher Kulisse
Im Gasthaus Raabe wiederum eröffnete Uli Singer 1979 die erste Kleinkunstbühne im Landkreis Starnberg. „Ja sog amoi, glaubst goa do kimmt da Baua und seine Kia?“, zweifelte der damalige Wirt. Den ersten Abend bestritten im voll besetzten Saal der Kabarettist Holger Paetz (Foto links), die Liedermacherin Leo Schroth und Mundartdichterin Uli Singer. Es war ein voller Erfolg. Das Brettl entwickelte sich schnell zu einem internationalen Treffpunkt.
Einmal im Jahr aber baute die heimische Bauernbühne ihre Kulisse auf, um ein volkstümliches Stück zum Besten zu geben. So blieb es nicht aus, dass der Fredl Fesl unterm Herrgotts-Kreuz sein „Felbernpfeiferl“ sang, Bruno Jonas inmitten einer kitschigen Berglandschaft über die niederbayerische Mentalität philosophierte oder Travestiekünstler Alban Roulance (Foto rechts) im stilisierten Saustall mit einen gewagten Männer-Strip begeisterte. Das Brettl wurde Heimat vieler Künstler. Unter anderem für Willy Astor, Lisa Fitz, Bruno Jonas und Sigi Zimmerschied. Regelmäßige Gastspiele gaben auch die „Biermösl Blosn“, Hubert von Goisern, die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, „Xango“ aus Brasilien, Jörg Hube, Eisi Gulp, Ringsgwandl und Ottfried Fischer.
War der „Raabe“ dem Besucheransturm nicht gewachsen, wurden die Veranstaltungen in den Saal vom „Strandbad Fleischmann“ verlegt. So auch eine Produktion des verstorbenen Travestiekünstlers Gordy, langjähriger Partner des Travestiestars „Mary“. Gast war seinerzeit auch Friedl Mandl, die sich an ihrem alten Wirkungskreis umschauen wollte. Traurig stellte die ehemalige Wirtin damals fest. „Schad’ is, dass der Fleischmann gar so heruntergekommen ist.“ Mandl schwor sich, keinen Fuß mehr in den Fleischmann zu setzen, in dem sie einst königliche Hoheiten, Diplomaten, Politiker, Fußballer, Schauspieler, Piloten und die Münchner Schickeria willkommen hieß.

Zurück zum Wörthseebrettl. Mit dem Brettl-Adel kam auch Funk und Fernsehen nach Steinebach. Diskussionsrunden wurden aufgezeichnet und Ausschnitte aus Veranstaltungen live übertragen. Das bunte Leben rund ums Brettl begeisterte aber auch die Jugendlichen am Ort. Von Anfang an gehörten sie zu den treuesten Fans, boten ihre Dienste an, übernahmen den Service, die Plakatierung oder betätigten sich als Instrumenten-Schlepper für die Bands. Es waren die gleichen Jugendlichen, die dann für heimische Asylbewerber auf die Straße gingen oder als Vorreiter im Landkreis in Eigenregie ihr eigenes Jugendhaus bauten. Mit dem Wörthseebrettl war Schluss, als sich die Pächter beim Raabe die Klinke in die Hand gaben. Beziehungsweise ein Betreiber, nennen wir ihn mal Schmidt, die Mitglieder der Münchner „Lach & Schieß“ nach deren Auftritt vor die Tür setzte, weil er keine Lust mehr hatte, sie zu bedienen. Traurig über die Entwicklung sagte Sammy Drechsel (Foto), langjähriges Mitglied der Lach & Schieß, kurz vor seinem Tode: „Uli, wenn wir zwei einmal nicht mehr sind, dann gibt es gewiss andere, die weiter machen. Doch ob die auch noch so sind wie wir, das muss sich erst noch herausstellen.“

 

Kabarettist Holger Paetz weihte die neue Bühne...

anlässlich der Buchpräsentation kabarettistisch ein

Claus'n'Klaus

begleiteten die Buchpräsentation im musikalisch