PICHLER LIEST POLT...

Ja mi hosd hoibat, tät' man in Bayern sagen. Als ich mich am Samstag auf das Wagnis einließ, die Lesung „Pichler liest Polt“ zu besuchen, dachte ich mir, „a gmahde Wiesn“. Zum einen kenne ich den Satiriker aus früheren Zeiten. Andererseits sind mir ausreichend Live-Auftritte sowie diverse cineastische Glanzleistungen gut im Gedächtnis. Und dann drückte mir die Autorin Claudia Pichler in der Buchhandlung Leselust in Gilching ihr Meisterwerk „Fremdheit bei Gerhard Polt“ in die Hand. „Aha, da steht es. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie. Von wegen leichte Lektüre. Was Philosophisches. Und dies ausgerechnet mir. Die von Philosophie so viel Ahnung hat, wie mein Vierbeiner von natürlicher Verhütung.“

Sage und schreibe 357 Seiten liegen vor mir. Mit Querlesen ist es nicht getan. Da muss ich durch. Das Vorwort schrieb Gerhard Polt. „Liebe Claudia, wenn der große Philosoph zum „Erkenne dich selbst“ auffordert, würde ich dieser Aufforderung gerne Folge leisten, also, ich mich selbst….“. Und dann spaziert der gebürtige Miesbacher querbeet durch fehlende Selbsterkenntnisse und Missverständnisse, sieht sich als Sehender, der nichts sieht und kommt letztendlich zu dem Schluss: „Wie auch immer, sollte das Selbst in mir komisch sein, wäre es mir zwar fremd, aber dennoch nicht befremdend, sondern eher bekannt, und das ist doch auch irgendwie komisch.“

Keiner kennt ihn nicht, den Polt. Doch was weiß man wirklich über den 75-Jährigen Ur-Bayern? Dass er mit der Schneeberger viel gedreht hat, mit der Biermösl-Blosn auf der Bühne gestanden hat und dass Kollegen aus der Kabarett-Szene ihn neidlos als Phänomen bezeichnen. „Polt ist ein Gegner der Biografie, vor allem derjenigen, die zu Lebzeiten verfasst wird“, schreibt Pichler. „Ein lebender Mensch“, meint Polt, „verdiene keine Biografie, das sei etwas für jemanden, der tot ist.“ Und dann steigt die Autorin ein, ins Leben und ins Wirken ihres Protagonisten.

Es fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen. Spannend lesen sich die witzigen bis aberwitzigen aber auch seriösen Begebenheiten. Und da kommt ein Valentin ebenso zu Wort, wie ein Stoiber oder Franz Josef Strauß. „Gerhard Polts Figuren grenzen sich mit Vorliebe ab – von anderen Kulturen oder Nationen, von politisch anders Denkenden, anders Gläubigen oder von ihren Nachbarn. Aber auch ihrer scheinbar so vertrauten bayerischen Heimat, gewohnten Traditionen oder gar ihrer Sprache stehen sie unversehens wie Fremde gegenüber. Die Frage nach Fremdheit bei Gerhard Polt ist daher eine ergiebige“, schließt der Klappentext.

Bei der Präsentation in der voll besetzten Leselust in Gilching wurde Claudia Pichler musikalisch von Michael Well begleitet. Das Auditorium war begeistert. Polly Polster



Das Theater kann gebucht werden.
Geeignet unter anderem für Grundschulen und Vorschulkindergärten. Näheres bei Oliver Kübrich, Telefon 0179-2925691

PIRATEN IN DER RUMPELKAMMER

Kapitän Smudge und sein Pirat Kuddel schauen nicht schlecht, als sie sich plötzlich ohne Schiff, ohne Meer, ohne Mannschaft und vor allem ganz ohne ihr Abenteuer in einer staubigen Rumpelkammer wiederfinden. Wie um Himmels Willen sind sie denn hier gelandet?! Und noch mehr: Wie können sie jemals wieder hier rauskommen? In ihrer Not rufen sie sogar die wütende Sturmhexe Stormia herbei, und die kann ihnen zumindest einen klaren Hinweis geben. Sie sind aus dem Manuskript ihrer eigenen Geschichte gefallen – und diese Geschichte hat noch kein Ende! Doch ohne dies gibt es keine Heimkehr. Da hilft nur eins: Die Autorin Frau Ritter, die die Geschichte begonnen hat, muss das Abenteuer zu Ende bringen. Als sich die Gelegenheit ergibt, nehmen sie die junge Frau gefangen. Doch als die endlich kapiert, was hier vor sich geht, kann sie leider nicht helfen: Ihr fällt absolut nichts mehr ein! Was nun? Kuddel hat die rettende Idee: Mit gemeinsamer Improvisation und natürlich der Hilfe des Publikums kommt die Geschichte zu einem glücklichen Ende. Reservierungen bei Oliver Kübrich, Teleon 0179-2925691.

Theaterstück für Kinder und jung gebliebene Erwachsene (4 bis 99 ) von Christina Stenger
Regie: Oliver Kübrich

Darsteller und ihre Rollen:

Kapitän Smudge
- Oliver Kübrich
Kuddel - Alexander Schleissinger-Schiller
Sabine Ritter
- Katja Engel
Frau Mutzke - Cecilia Gagliardi
Stormia - Lisa Engel
Seeungeheuer - Nina von Schimmelmann




Der Welt größte Wasserrutsche...
stand beim Fleischmann am Wörthsee

Heimatbuch für Kinder und Jugendliche

Der Landkreis Starnberg mit seinen fünf Seen ist nicht nur reich an historischen Geschichten, sondern auch an kuriosen bis aberwitzigen Begebenheiten. Da gibt es beispielsweise in Gilching den Franz Tausend, einer, der den Leuten weismachte, aus Nichts Gold herzustellen. Graf Ludendorff war einer seiner Bewunderer, der Anfang der 30iger Jahre im vorigen Jahrhundert viel Geld in Tausends Projekt steckte. Heute erinnert in Gilching noch der Goldmacher-Weg an diesen Gauner. Oder wer weiß noch von der jüngeren Generation, dass am Flughafen Oberpfaffenhofen nach dem Zweiten Weltkrieg die Rosinen-Bomber gewartet wurden und mit Nahrungsmitteln bestückt nach Berlin geflogen sind? Vergessen ist längst der Schäufelemann, der angeblich unter einer Brücke im verschwundenen Dorf Ramsee zwischen Herrsching und Andechs fröhlichen Zechern auflauerte und, falls sie kein Weihwasser oder ähnliches dabei hatten, unter die Brücke zog? Oder, dass am Wörthsee einst der Welt größte Wasserrutsche stand.
Damit die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, entsteht derzeit ein Heimatbuch für Kinder und Jugendliche mit vielen reich illustrierten Geschichten. Bitte unterstützen Sie unser Projekt durch eine kleine Spende, damit viele dieser Bücher kostenlos an Schulen und ähnliche Einrichtungen abgegeben werden können. Sind Sie einverstanden, erscheint ihr Name im Buch - hier geht's zum Video-Clip.

Spendenkonto KINDERINSEL e.V. mit Sitz in Gilching
DE 72 7016 3370 0003 221318 - BIC: GENODEF 1 FFB
Kennwort: Heimatbuch


Falls Sie mit der Namensnennung einverstanden sind, bitte kurz auf der Überweisung vermerken.




KREATIV VOM SCHEITEL BIS ZUR SOHLE

Es muss nicht immer die große Weltliteratur sein, die Menschen bewegt. Es können die kleinen Dinge sein, ein kurzer Text, ein Lied, ein Buch von Kindern für Kinder, vertonte Geschichten, ein Film über Themen, die interessieren, ein Ratgeber oder einfach nur die Idee einer Kooperation. Auf dieser Seite haben Autoren, Musiker und Filmemacher, Illustratoren und andere künstlerisch tätige Menschen die Möglichkeit, unter INFO-BLOG ihre eigenen Werke kurz vorzustellen - und auch Werbung dafür und für sich zu machen. Es steht außerdem jedem frei, Empfehlungen auszusprechen. Das Codewort für einen Zugang gibt es unter singer@singer-online.de

Den Lesern wünschen wir viel Spaß beim Schmökern - unter Berücksichtigung, dass keinerlei Anspruch auf Vollkommenheit erhoben wird.
Uli Singer